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Geschichte der Gemeinde Feistritz

  • 1943 Kartoffelsetzen beim Rath mit zwei französischen Kriegsgefangenen.
  • Feuerwehr Feistritz
  • Tanzschule beim "Pichlmoar" 1946
  • Gasthaus Dietrich
  • Pulverstampf
  • Theatergruppe Feistritz
  • Labor der Käserei

 

Es kann angenommen werden, dass der Mareinerboden lange Zeit vor Christi Geburt von illyrisch-keltischen Bewohnern spärlich besiedelt war.

Durch die Unterwerfung der Kelten unter die römische Herrschaft zur Zeit des Kaisers Oktavianus Augustus und die Eingliderung der östlichen Alpenländer als Provinz Noricum in das Römische Reich, wurden die Bewohner auch der Segnung der römischen Kultur teilhaftig. Dass wirklich Römer in unserer Gegend wohnten, beweisen die zwei von bei uns aufgefundenen Römersteine. Der eine war als Stufe beim Eingang in den Garten des Besitzers Kogler vlg. Fois in Verwendung und ist in der Westseite der Kirche nahe dem Turm eingemauert. Der zweite Stein war in der Totenkammer aufbewahrt. Jetzt ist er als Stufe zum Hochaltar eingemauert.

Unter der Römerherrschaft hat auch das Christentum in unserer Gegend Eingang gefunden, etwa im 3. oder 4. Jhdt. und zwar von Aquileja aus. So soll im Fentscher Moos eine Kirche aus der ersten Zeit der Christianisierung versunken sein.

Ausgehend von der slawischen Besiedelung findenn wir noch viele slawisch klingende Namen in unserer Gegend wie z.B. Fiustrica oder Feistritz (womit der gesamte Mareinerboden gemeint war), Bloderitzen, Raßnitz, Leising, usw. Feistritz aus bistrica (voda) = wildes, reißendes Wasser.

Die Pest wütete im 14. Jhdt. auch in Feistritz und dezimierte die Bevölkerung um fast zwei Drittel.

1. Weltkrieg

Ende des 1. Weltkrieges und der österreichsich-ungarischen Monarchie; Ausrufung von Deutsch-Österreich als Republik. Im 1. Weltkrieg sind 21 Feistritzer gefallen. 14 Personen sterben in Feistritz an der "Spanischen Grippe".


2. Weltkrieg

Während des gesamten 2. Weltkrieges werden 75 Feistritzer gefangen genommen, 66 kommen zurück. Die Gemeinde hat insgesamt 19 Gefallene zu beklagen. Auch 8 Mädchen müssen einrücken.


Verschiedene Vulgonamen wie Kehrmühle = Wihsmühle oder Stampfmühle weisen darauf hin, dass im heutigen Dorfbereich von Feistritz eine Art Handwerkersiedlung bestand. 1930 gibt es 45 landwirtschaftliche und 15 gewerbliche Betriebe.

Gasthaus Dietrich:
Der Besitz der Dietrichs zählt zu den ältesten im Ort. Über dem Eingangstor zum heutigen Gasthaus kann man die Inschrift "Taverne seit 1275" lesen. Nach dem Seckauer Rauchgeldverzeichnis gehört der "Wirt zu Feistritz" schon 1543 zu den vier größten Besitzungen.

Pulverstampf:
1868 wurde das Seckauer Werk zur Schwarzpulvererzeugung nach Feistritz verlegt. Die Familie Dietrich übernahm dieses Pulverwerk und betrieb es bis 1924 (daher der Vulgoname "Pulvermacher"). Schon 1910 gab es beim "Pulvermacher" das erste elektrische Licht in Feistritz.

Bäckerei:
Um 1920 kaufte Herr Josef Rath aus Rattenberg die Kornmühle von der Familie Schuster in Feistritz. In einem eigenen E-Werk wurde seit 1920 Strom zum Betreiben der Mühle erzeugt. Auch viele Feistritzer Haushalte wurden mitversorgt. Um 1933 übernahm Herr Rupert Rath gemeinsam mit seinem Bruder die Mühle und begannen mit dem Backen von Schwarzbrot. Am 2. Juli 1939 brannte der Stadl ab. Die Brandlegung erfolgte durch den dreijährigen Sohn Rupert Rath jun.

Käserei:
1928 von der Käserei Genossenschaft Mareiner-Boden erbaut und verfügte über ein eigenes Labor. 1938 wurde die Käserei vergrößert und eine Butterei eingerichtet. Heute steht an dieser Stelle das 1981 errichtete Raiffeisen-Lagerhaus.

Weberei Krautgartner:
Herr Stefan Krautgartner führte eine Weberei im sogenannten Weberhaus in Altendorf. Das Gebäude wurde nach dem Wohnungsneubau abgetragen.

Sägewerk:
Gehörte zum Besitz Pichlmoar. Herr Raimund Schlick betrieb dieses Werk von 1937 bis 1966. Die Familie bewohnte mit sechs Kindern ein kleines Haus neben der Säge.

Schuhmacher:
Josef Prevodnik führte von 1906 bis 1946 eine Schuhmacher-Werkstätte. Seine Söhne Hans und Franz arbeiteten dann noch bis um 1950 weitere.

Fang-Fähre über die Mur:
Seit Mitte des 19. Jh. ermöglichte ein Fährbetrieb den Transport vom rechten Murufer (Preg) zum linken (Gulsen). Die Überfahrt erfolgte nicht auf einer frei schwimmenden Fähre, sondern auf einer Fangfähre. Das bedeutet, dass ein Boot, das für fünf Fahrgäste zugelassen war, an einem Fixseil befestigt war, das bei der Überfahrt die nötige Sicherheit gewährleistete. 1930 passierte ein tragischer Unfall. Vier junge Menschen etranken, nachdem das Fährboot in einem leichten Hochwasser gekentert war. Ein Gedenkstein erinnert noch an das Unglück.
Nach dem Tod des letzten Fährmannes Josef Weninger, betrieb seine Frau Maria Weninger, die Fähre weiter. Als letzte Fährfrau werkte bis 1962 Frau Barbara Streibl.